Die Dirndl Schleife und Ihre Bedeutung

In einem feschen Dirndl sieht jede Frau einfach umwerfend aus. Es macht eine schlanke Taille, bedeckt breite Hüften und versteckt Fettpölsterchen gekonnt. In einem Dirndl sieht man nicht nur um mindestens eine Kleidergröße dünner aus, sondern es macht auch ein super Dekolleté. Die Korsage hat einen Push-up-Effekt, der bei jeder Frau für genug „Holz vor der Hütte“ sorgt. Mit einem Dirndl kann man nicht viel falsch machen, außer die Schleife falsch zu binden. Denn da kann man schnell vom Single zur verwitweten Frau werden.

Rechts gebunden Links gebunden
Bereits vergeben Noch zu haben
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Die Geschichte des Dirndls

Heutzutage begegnet man Frauen in Dirndl und Männer in Lederhose „in freier Wildbahn“ nur noch in ländlichen Gebieten. Eine große Ausnahme ist natürlich das Münchner Oktoberfest, auf dem die Tracht und damit auch das Dirndl der Dresscode ist.

in tracht am oktoberfestDas Dirndlkleid hat seinen Ursprung in der einfachen Dienstkleidung von Mägden, Haushälterinnen – kurzum Frauen von niederem Stand. Ende der 90er Jahre entdeckte die städtische Oberschicht das traditionelle Dirndl für sich und machte ein modisches Kleidungsstück daraus. Die Kleider waren entsprechend aufwändiger, d.h. aus hochwertigen Stoffen, gemustert, mit Stickereien etc. Die ausgefallenen Modelle wurden häufig zur Sommerfrische, also im meist mehrwöchigen Erholungsurlaub, oder am Oktoberfest getragen. Als günstigere Alternative zu einer teuren Tracht erlebte das Dirndl nach dem Zweiten Weltkrieg seinen endgültigen Durchbruch.

Das Wort Dirndl kann vom Wort Dirn abgeleitet werden, was im süddeutschen bzw. österreichischen Raum aber nicht wie in vielen deutschsprachigen Regionen eine negative Konnotation hatte und eine Umschreibung für ein „leichtes Mädchen“ war, sondern für unverheiratete junge Frauen verwendet wurde. Noch heute spricht man in diesem Sinn vielerorts von einem „feschen Dirndl“.

Die Bedeutung der Dirndl Schleife

dirndl schleife rechts„Wie kann jemand wie du Single sein?“ ist nicht gerade der einfallsreichste Spruch für eine Anmache. Besonders blöd kommt er rüber, wenn man Arm in Arm mit seinem Freund zusammen ist und offensichtlich einen Partner hat. Doch für das Missverständnis kann die Frau selbst verantwortlich sein. Wenn sie nämlich ein Dirndl trägt und die Schleife an der falschen Stelle gebunden hat.

Die zarte Schleife hat eine starke Aussagekraft. Trägt man sie:

  • vorne rechts, bedeutet es, dass die Dirndl Trägerin bereits vergeben oder verheiratet ist
  • vorne links, hat man noch Chancen bei ihr
  • vorne in der Mitte, dann ist die Frau noch Jungfrau
  • hinten in der Mitte weist darauf hin, dass sie verwitwet ist

Dass die hinten gebundene Dirndl-Schleife bedeuten soll, dass die Frau bereits einmal verheiratet war und ihren Mann verloren hat, ist ein strittiger Fall. Es ist eindeutig belegbar, dass damit wirklich diese Aussage verbunden ist, zumal z.B. auch Bedienungen, die ein Dirndl als Arbeitskleidung tragen, die Schleife hinten tragen.

Bei Flirtversuchen auf dem Oktoberfest ist auch wichtig zu wissen, dass nicht jede Frau darüber Bescheid weiß, dass die Art, wie sie die Schleife bindet, etwas über ihren Familienstand aussagt. Manche tragen sie einfach an der Stelle, an der sie ihnen am besten gefällt. Beim Ansprechen sollte der Mann deshalb nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern lieber auf altbewährte Weise sein Interesse zeigen.

Wie ist die Schleife zu ihrer Bedeutung gekommen?

Allgemein ist nicht eindeutig geklärt, ob die verschiedenen Arten, die Schürze zu binden, ursprünglich tatsächlich eine Aussage über den Beziehungsstatus der Dirndl-Trägerin beinhaltet hat.

Vielerorts wird die vermeintliche Tradition darauf zurückgeführt, dass es früher üblich war, dass der Ehemann seine Frau im Dirndl an ihrer linken Seite begleitet. Da der Knoten dabei störend gewesen sei, bzw. um zu vermeiden, dass die Schleife zerknittert oder zerstört wird, habe man sich entschieden, sie rechts zu tragen. Eine solche Bedeutung ist aber nirgends tatsächlich belegt, die Argumentation ist zwar nachvollziehbar, aber nicht sicher.

Auch darüber, wann eine Frau als vergeben gilt, und deshalb die Schleife rechts tragen darf, lässt sich streiten. Manche sind der Meinung, dass man sie erst wenn man verheiratet und damit sicher vergeben ist, auf der rechten Seite trafen darf. Andere sehen es etwas entspannter und meinen, dass auch eine Verlobung oder Verliebtsein dafür ausreichen.

Ob man an die Aussagekraft der Dirndl-Schleife glaubt oder nicht, ist regional unterschiedlich.

Die Schleife richtig binden

schleife richtig bindenFür Frauen, die sich bewusst für eine Seite entscheiden, ist nicht nur wichtig, wo die Schleife gebunden wird, sondern auch wie. Bei einem Dirndl handelt es sich immer noch um ein sehr festliches Kleid, weshalb man auch viel Wert darauf legen sollte, dass alles ordentlich ist. Eine Dirndl-Schleife zu machen ist keine Kunst, dass sie aber auch schön ist, schon. Hier die Anleitung, wie man sie perfekt verknotet:

  • Zunächst einmal sollten die Bänder, genau wie die Schürze, glatt gebügelt sein. Man sollte nicht mehr erkennen können, wo sie früher schon einmal gebunden wurde. Ist sie beim nächsten Mal nur ein kleines bisschen versetzt, sieht man die zerknitterten Stellen.
  • Dann ist es auch sehr wichtig, wie man die Schürze anlegt. Die Bänder sollten am Rücken exakt übereinander liegen, im besten Fall sieht man nicht, dass sie sich überkreuzen. Manche Dirndlfans schwören dabei auf doppeltes Klebeband, das die Schnüre übereinander hält, ohne dass sie verrutschen können. Übrigens: Die Dirndlschürze wird nicht auf der Hüfte, sondern traditionell in der Taille geschnürt.
  • Erst jetzt geht es ans Schleifenbinden. Die einzelnen Bänder sollten über Kreuz gelegt werden, ohne dass sie sich in der Länge zusammenziehen. Dann wird eine Seite wie beim Schuhe schnüren umgeschlagen, nur dass sie in diesem Fall immer noch seine glatte Form bewahren sollte. Wenn man dann den Knoten festzieht, bilden sich erst kurz davor Falten im Stoff, die unvermeidlich sind.
  • Beim Schlaufenmachen muss man auch darauf achten, dass der Stoff der Bänder so lange wie möglich glatt bleibt. Ist die Schleife dann fertig, müssen die beiden Schlaufen noch einmal auf ihre maximale Breite zurechtgezupft werden.
  • Die Schleife sollte nicht größer bzw. länger als die Enden sein. Sie darf aber ruhig so groß sein, dass man sie auf den ersten Blick wahrnimmt. Auch wenn er fester ist, sollte man keinen Doppelknoten machen, weil dann die Bänder viel zu kurz werden.

Ob man sich nun bewusst für eine bestimmte Stelle entscheidet oder einfach nur die wählt, an der einem die Schleife am besten gefällt, bleibt jeder Frau selbst überlassen. Immerhin handelt es sich dabei nicht um eine historisch belegte Tradition, sondern im Grunde genommen um eine lustige Spielerei.